In der Normalphasenchromatographie kommen polare stationäre Phasen zum Einsatz. Die einfachste Phase ist dabei reines Silica. Die Wechselwirkung basiert auf der Adsorption. Der Nachteil von reinen Silica Phasen ist jedoch, dass geringe Mengen an Wasser in der mobilen Phase sich an der stationären Phase anlagern und dadurch die Retention und Selektivität ändern können. Daher ist der reproduzierbare Betrieb von reinen Silica Säulen häufig schwierig. Dazu kommt häufig eine lange Äquilibrierung, um die Säulen aus reinem Silica zu betreiben. Andere Möglichkeiten sind Mittelpolare Phasen wie Cyano, Amino oder Diol, die ebenfalls in der Normalphasenchromatographie eingesetzt werden können.
Die verschiedenen Phasen für die Normalphase unterschieden sich zunächst in ihrer Polarität: Silica > Amino > Diol > Cyano
Es gibt auch spezielle Anwendungen in denen verschiedene Phasen verwendet werden:
- Silica: Trennung von sehr unpolaren Verbindungen (Carotenoide oder Lipide), Trennung von extrem polaren Verbindungen (werden nicht in RP retardiert), Trennung von Isomeren (achiral), Einsatz in der DC und in der Flash-Chromatographie
- Amino: fettlösliche Vitamine, Alternative Selektivität zu Silica
- Diol: Steroide, Alternative Selektivität für Wasserstoffbrückenbindungen und meist längere Retention im Vergleich zu Silica
- Cyano: Steroide, andere Selektivität für Doppelbindungen, unpolarste Phase für Normalphasenchromatographie